Wertstiftende Unternehmensprozesse? Wie geht das? (1)

Der Kunde bestimmt, wo es lang geht. Er fordert kundenindividuelle, aber weiterhin preiswerte Produkte. Unternehmen müssen sich verändern.

Diese Artikelserie stellt Technologien und Managementansätze für wertstiftende Unternehmensprozesse dar. In kurzen Abhandlungen werden relevante Themen adressiert, die als „Stand der Technik“ zur Diskussion und zur Umsetzung in der eigenen Organisation anregen sollen.

Erfolgreiche, lukrative Produkte und Dienstleistungen. Nur damit können Unternehmen im Markt bleiben und langfristig wirtschaftlich erfolgreich sein. Das dies so ist und bleibt, hängt von vielen Faktoren ab — insbesondere gilt es, sich von der historisch gewachsenen Struktur der Wertschöpfungsketten mit ihren „Silos“ zu verabschieden und zu akzeptieren, dass Wertschöpfungsnetzwerke entstehen, in denen Kunden und Zulieferer zu Partnern werden.

Unternehmensprozesse verändern sich.

Für gewachsene Unternehmen ist das ein Kulturwandel, der liebgewordene Strukturen und jahrelang gelebte Arbeitsabläufe nicht nur in Frage stellt, sondern sie verändert. Oder auch verschwinden lässt.

Schon viele Jahre haben Unternehmen davon gesprochen, „kundenorientiert“ zu arbeiten. Hat aber häufig nicht so richtig funktioniert, denn dies bedingt den Kunden einzubinden, ihm zuzuhören und zu akzeptieren, dass die neue Macht des Kunden auch vor dem eigenen Unternehmen nicht Halt macht. Also: wir arbeiten agil – und alles ist gut?

Diese ganze „Hype“ Agilität ist nichts anderes als einfach – Kundenorientierung!

Ich selbst komme aus dem Umfeld der Unternehmens-IT und habe diesen insbesondere in der Softwareentwicklung stattfindenden „Hype“ um Agilität immer nur mit Irritation wahrgenommen. War es nicht schon früher hilfreich, den (letztendlich zahlenden) Kunden in die eigenen Aktivitäten einzubinden, ihn zu fragen und sein Feedback in der eigenen Arbeit zu berücksichtigen? Ja, in erfolgreichen Unternehmen war das schon lange so und vor allem die flinken StartUps haben mit ihrer Aufbruchsstimmung „den Großen“ immer wieder vorgemacht, wie erfolgreich so etwas sein kann.

Was man daraus lernen kann? Falls Sie in einem Unternehmen tätig sind (oder es leiten), in dem die vielzitierten „Silos“ noch existent sind und Agilität als Fremdwort gilt, dass nur in der Softwareentwicklung anzutreffen wäre: lernen Sie, was „der Kunde“ im und außerhalb des Unternehmens für eine entscheidende Rolle spielt und initiieren Sie den Kulturwandel.

Dazu mehr im nächsten Beitrag: Wer ist der Kunde?

Dr. Peter Samulat
 

Dr.-Ing. Peter Samulat absolvierte 1982 das Studium der Elektrotechnik an der Universität der Bundeswehr Hamburg. Nach langjähriger freiberuflicher Tätigkeit als IT-Berater, Dozent und IT-Projektleiter folgten von 2002 bis 2015 eine Reihe von Aufgabenstellungen als IT-Manager in dem, in der digitalen Transformation sehr erfolgreichen, Medienkonzern Axel Springer SE und der OTTO GmbH und Ko KG. Impulsgeber in Innovationszirkeln und Expertengremien. Promotion im Jahre 2014 bei Prof. Zarnekow, TU Berlin. Aktuelle Arbeiten und Publikationen mit dem Fokus auf den IT-Wertbeitrag (Business Value of IT), die Digitalisierung von Unternehmen und die Transformation von (IT-) Organisationen. Initiator des itSMF-Fachforums "Wertbeitrag der IT" und Gründer des Instituts für Digitale Transformation (idt). Aktuell ist Dr. Samulat tätig als Executive Consultant IT Strategy & Transformation bei der elleta München GmbH.

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